Wie entsorgt man eine Sicherheitswerkbank?

Verunreinigte Filter, veränderte Sicherheitsanforderungen oder eine Werkbank erreicht ihre maximale Nutzungsdauer: Es gibt viele Gründe, warum medizinische Einrichtungen Luftfilter oder gar eine komplette Sicherheitsbank für Zytostatika austauschen müssen. Als Abfallerzeuger sind Sie gemäß Kreislaufwirtschaftsgesetz für die ordnungsgemäße Entsorgung Ihrer Abfälle verantwortlich. Kontaminierte Luftfilter gelten gemäß LAGA-Mitteilung 18 als gefährliche Abfälle und müssen unter Beachtung entsprechender Sicherheitsmaßnahmen entsorgt werden.

Bild: AdobeStock, Urheber: ultramansk

Für die Behandlung von Krebserkrankungen kommen Zytostatika zum Einsatz, die das Wachstum von Tumorzellen einschränken sollen bzw. diese im Idealfall sogar vollständig abtöten. Auch wenn Zytostatika sehr erfolgreich gegen Krebserkrankungen eingesetzt werden können, stellen die CMR-Medikamente für Personen, die mit diesen arbeiten, eine potenzielle Gefahr dar. Der Grund: Viele Zytostatika sind krebserzeugend, erbgutverändernd, fruchtbarkeitsgefährdend bzw. -schädigend und können zudem unmittelbar sensibilisierend, reizend und ätzend wirken.

Sicherheit im Umgang mit Zytostatika hat oberste Priorität

Krankenhäuser, Labore und Apotheken müssen aufgrund der von Arzneistoffen ausgehenden Gefahren die gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz ihres Personals ergreifen. Gemäß der Technischen Regel für Gefahrstoffe 525 sind Zytostatika grundsätzlich nur an geeigneten Sicherheitswerkbänken nach DIN 12980:2017-05 zu verarbeiten oder in einer Einrichtung, die den gleichen Sicherheitsstandards genügen muss. Ganz zentral ist die Filterung der Luft, sodass weder mit Zytostatika belastete Aerosole noch Partikel in die Atemluft gelangen. Hierfür sind in den Werkbänken oder auch Isolatoren spezielle Luftfilter verbaut. Diese HEPA-Filter (High Efficiency-Particulate Airfilter) müssen ausgetauscht werden, sobald ihre Funktionalität nicht länger gewährleistet ist oder sie ihre maximale Standzeit erreicht haben. Hier beträgt das Wechselintervall je nach Filter zwischen drei bis fünf Jahren.

Vorbereitung und Planung der Demontage

Sicherheit hat im Umgang mit Gefahrstoffen wie Zytostatika oberste Priorität, gleiches gilt auch für die Entsorgung von mit diesen Stoffen kontaminierten Abfällen, die als gefährlich gelten. Als spezialisierter Entsorgungspartner übernimmt REMONDIS Medison hier auch die vollständige sichere Demontage und Entsorgung von Zytostatika-Werkbänken. Um dabei die Sicherheit von Mensch und Umwelt zu gewährleisten, ist eine genaue Planung essenziell. Unsere Mitarbeitenden holen dafür alle notwendigen Informationen bei den medizinischen Einrichtungen ein:

  • Art und Modell der Sicherheitsbank inkl. der Maße,
  • Sicherheitsstufe der Zytostatika-Werkbank,
  • Gegebenheiten vor Ort, sprich die Größe des Raums, Entfernung zum Ausgang etc.

Gemeinsam wird ein entsprechender Fragebogen ausgefüllt. Mit diesem Fragebogen wird vorab unter anderem geklärt, mit welchen Zytostatika an der Werkbank gearbeitet wurde und ob das Gerät möglicherweise von Bakterien, Viren, Pilzen uvm. belastet sein könnte. Hinzu kommen aber auch organisatorische Dinge, wie Ansprechpartner vor Ort und ähnliches. Basierend auf diesen Informationen wird die gesamte Demontage von den REMONDIS Medison-Fachkräften individuell in enger Absprache mit der jeweiligen Einrichtung geplant. Für die Demontage der Zytostatika-Werkbänke bzw. den Filterwechsel werden zwei arbeitssicherheitsgeschulte Mitarbeitende eingesetzt. Mindestens einer dieser Mitarbeitenden hat zudem eine Schulung absolviert, die zur Demontage der Werkbänke berechtigt. Die entsprechenden Schulungsnachweise können jederzeit bei unserem Medison-Vertriebsdienst angefragt werden.

Sicherheitswerkbänke Schritt für Schritt zerlegen

Bevor die eigentliche Demontage einer Sicherheitswerkbank beginnt, schauen sich unsere Fachkräfte die Gegebenheiten gemeinsam mit den Kunden vor Ort an, klären offene Fragen und stimmen das gesamte Vorgehen noch einmal detailliert ab. Um höchste Sicherheit zu gewährleisten, ist der betreffende Bereich während des Demontageprozesses für die Mitarbeitenden der medizinischen Einrichtung vorübergehend nicht zugänglich. Die regelhafte Demontage einer Sicherheitswerkbank für Zytostatika läuft dabei folgendermaßen ab:

  1. Einrichten einer Sicherheitszone mittels eines Sicherheitszeltes
  2. Befestigung des Saugers mit Staubklasse H am Sicherheitszelt
  3. Vorbereitung aller benötigten Werkzeuge sowie der richtigen Abfallbehälter
  4. Anlegen der entsprechenden Schutzkleidung (inkl. zwei Schutzanzügen)
  5. Sicherer und kontaminationsfreier Ausbau der Luftfilter
  6. Verpackung der verunreinigten Luftfilter in UN-codierten Gefahrgutbehältern
  7. Dekontamination der Werkbank
  8. Erster Schutzanzug wird ausgezogen und in den Gefahrgutbehältern gesammelt
  9. Abbau des Sicherheitszeltes und Verpackung in entsprechenden Gefahrgutbehältern
  10. Vorbereitung der Werkbank für den Abtransport inkl. Verpackung
  11. Zweiter Schutzanzug wird ausgezogen und ebenfalls in den Gefahrgutbehältern gesammelt
  12. Sichere Entsorgung der mit Zytostatika kontaminierten Abfälle gemäß AS 18 01 08*
  13. Werkbank wird als Metallschrott dem Recycling übergeben

Um gefährliche Partikel und Sporen zuverlässig zu entfernen, Stäube zu binden und Werkbank sowie Filter zu dekontaminieren, werden die zugänglichen Oberflächen der Werkbank mit Isopropanol 70 % gründlich desinfiziert. Die Filter behandeln die Mitarbeitenden vor der Entnahme mit einem speziellen Sprühkleber, der potenziell kontaminierte Stäube und Partikel zuverlässig bindet. So kann das Freisetzen kontaminierter Stoffe während der Demontage verhindert werden.

Fachgerechte Entsorgung aller Komponenten

Alle bei der Demontage oder bei einem Filterwechsel anfallenden kontaminierten Abfälle – sprich Luftfilter, Schutzkleidung, Sicherheitszelt, benötigte Werkzeuge etc. – werden in speziellen UN-geprüften Spezialbehältern – Spannringfässern und medizinischen Systembehältern – gesammelt, transportiert und gemäß aller gesetzlichen Vorgaben und unter höchsten Sicherheitsstandards beseitigt. Je nach Größe müssen Filter oder Sicherheitswerkbank zersägt werden, bevor sie in den Behältern gesammelt werden bzw. die Werkbank auf den LKW verladen werden kann. Nicht kontaminierte Bestandteile der Werkbänke werden als Elektroschrott nach AVV 16 02 13 entsorgt und einem unserer Entsorgungspartner übergeben, der die Rohstoffe in den Kreislauf zurückführt. Unsere Kunden erhalten die Entsorgungszertifikate sowie ein Dekontaminationsprotokoll, in dem alle Schritte der Demontage inkl. der Sicherheitsvorkehrungen aufgeführt sind.

Demontage von Zytostatika-Sicherheitswerkbänken

REMONDIS Medison entsorgt und demontiert Ihre Sicherheitswerkbank für Zytostatika – rechtskonform, zuverlässig und unter höchsten Sicherheitsstandards. Gemeinsam planen wir die sichere Entsorgung der gefährlichen Abfälle und stehen Ihnen dabei mit unserer langjährigen Erfahrung kompetent zur Seite. Haben Sie Fragen oder benötigen Sie eine Beratung zur Entsorgung Ihrer Zytostatika-Sicherheitswerkbank? Wir sind gern für Sie da! Kontaktieren Sie uns:

Ihr Medison-Vertriebsteam

T +49 2306 106-8691
F +49 2306 106-364
E-Mail


REMONDIS Medison GmbH
AGBImpressumDatenschutzhinweiseWhistleblower Policy


  • Schreiben Sie uns

    Es gelten unsere Datenschutzhinweise


  • Über REMONDIS MEDISON

    Informationen über REMONDIS Medison können Sie auch als Broschüre im PDF-Format herunterladen

    Auf unserer Karriereseite informieren wir Sie über offene Stellen und Einstiegsmöglichkeiten. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung

    Wir sind im europäischen und internationalen Ausland für Sie tätig


  • Kontakt

    REMONDIS Medison GmbH
    Brunnenstraße 138
    44536 Lünen
    Deutschland
    F +49 2306 106-363

© 2026 REMONDIS SE & Co. KG